AT5.5 Scherenarbeitsbühne
- 5,4mMax. Arbeitshöhe
- 3,4mMax. Plattformhöhe
- 250kgTragfähigkeit
- 400kgGewicht
Wer eine Scherenarbeitsbühne bedienen will, braucht mehr als einen Blick auf das Bedienpult. Dieser Ratgeber zeigt, was vor, während und nach dem Einsatz zählt – von der Prüfung vor Arbeitsbeginn über Boden-, Wind- und Lastgrenzen bis zum Notablass.
| Modell | Max. Arbeitshöhe (m) | Max. Plattformhöhe (m) | Tragfähigkeit (kg) | Gewicht (kg) | Personen |
|---|---|---|---|---|---|
| AT5.5 Scherenarbeitsbühne | 5,4 | 3,4 | 250 | 400 | 1 |
| PS06N Scherenarbeitsbühne | 7,8 | 5,8 | 230 | – | 2/1 |
| PS-08 Scherenarbeitsbühne | 7,8 | 5,8 | 230 | 1.500 | 2/1 |
| PS-10N Scherenarbeitsbühne | 9,8 | 7,8 | 230 | 2.150 | 2/1 |
| PS-12 Scherenarbeitsbühne | 11,8 | 9,8 | 320 | 2.580 | 2/1 |
| PS-14 Scherenarbeitsbühne | 13,8 | 11,8 | 320 | 2.950 | 2/1 |
| PRT14E Scherenarbeitsbühne | 14,2 | 12,2 | 365 | 5.580 | 2 |
| PS-16 Scherenarbeitsbühne | 15,8 | 13,8 | 230 | 3.540 | 2/1 |
| PRT18E Scherenarbeitsbühne | 17,95 | 15,95 | 680 | 8.000 | 4 |
Eine Scherenbühne darf nur bedienen, wer dafür ausgebildet, am jeweiligen Modell eingewiesen und vom Arbeitgeber beauftragt ist. In Deutschland ist die Beauftragung schriftlich zu erteilen; Grundlage sind die Betriebssicherheitsverordnung und das Regelwerk der gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). In Österreich und der Schweiz gelten die jeweiligen nationalen Vorschriften sowie die Vorgaben von AUVA bzw. Suva.
Eine Bedienerschulung vermittelt die allgemeinen Regeln für Hubarbeitsbühnen, die Einweisung am Gerät die Besonderheiten Ihres Modells: Lage der Not-Halt-Taster, Bodensteuerung, Notablass, Fahrstufen und Plattformverlängerung. Beides ist nötig, denn eine allgemeine Schulung ersetzt nicht die Einweisung auf die konkrete Maschine.
Alle Hinweise auf dieser Seite sind allgemeines Sicherheitswissen. Verbindlich sind die Betriebsanleitung Ihrer Maschine, die Gefährdungsbeurteilung Ihres Betriebs und die betriebliche Unterweisung.
Platfon-Scherenbühnen sind je nach Modell mit Not-Halt, Notablass, Überlastsicherung, Neigungssicherung und einer Sicherheitsstütze für Wartungsarbeiten ausgestattet; die Modelle PS-08 bis PS-16 haben zusätzlich einen automatischen Schlaglochschutz. Bei den großen Allradmodellen PRT14E und PRT18E kommen Proportionalsteuerung und automatische Nivellierung über Stützbeine hinzu.
Diese Einrichtungen fangen typische Fehler ab, ersetzen aber nicht das Urteil des Bedieners: Die Neigungssicherung erkennt eine Schräglage der Maschine, nicht aber eine Bodenplatte, die gleich nachgeben wird. Sicherheitseinrichtungen zu überbrücken oder zu manipulieren, ist in jedem Fall tabu.
Sicher bedienen heißt: die Maschine vor dem Einsatz prüfen, Untergrund und Umgebung beurteilen, die Tragfähigkeit einhalten, nur bei geschlossenem Geländer und zulässiger Neigung anheben und vorausschauend fahren. Voraussetzung sind eine Unterweisung am konkreten Modell und die Kenntnis der Betriebsanleitung, die bei Abweichungen von allgemeinen Hinweisen immer Vorrang hat. Eine Person am Boden sollte den Notablass bedienen können.
Einen staatlichen Führerschein für Hubarbeitsbühnen gibt es nicht. Bediener müssen aber ausgebildet, am Gerät eingewiesen und vom Arbeitgeber beauftragt sein, in Deutschland schriftlich. Viele Unternehmen nutzen dafür anerkannte Bedienerschulungen mit Prüfung und Ausweis. Welche Qualifikation im Einzelfall verlangt wird, legen Arbeitgeber, Auftraggeber und Baustellenregeln fest.
Ruhe bewahren und zunächst versuchen, über die Plattformsteuerung abzusenken. Funktioniert das nicht, übernimmt die eingewiesene Person am Boden über die Bodensteuerung oder den Notablass, dessen Lage und Bedienung in der Betriebsanleitung beschrieben sind. Die Plattform niemals über das Scherenpaket verlassen. Danach wird die Maschine stillgelegt, bis eine Fachkraft die Ursache geprüft hat.
Maßgeblich ist die Angabe auf dem Typenschild. Maschinen, die nur für Innenräume freigegeben sind, dürfen im Freien gar nicht angehoben werden. Bei außentauglichen Scherenbühnen liegt die zulässige Windgeschwindigkeit häufig bei 12,5 m/s, etwa Windstärke 6 – verbindlich ist aber der Herstellerwert. Böen, Düseneffekte zwischen Gebäuden und großflächige Teile wie Platten oder Planen erhöhen die Windlast zusätzlich.
Nein. Leitern, Tritte, Kisten oder das Geländer selbst dürfen nicht genutzt werden, um höher zu kommen. Das Geländer schützt nur, wenn Sie mit beiden Füßen auf dem Plattformboden stehen. Reicht die Höhe nicht, ist die Maschine zu klein gewählt; dann brauchen Sie ein Modell mit größerer Plattformhöhe, etwa aus unserer Übersicht der Scherenarbeitsbühnen.
In der Regel nicht, solange das Geländer vollständig und geschlossen ist und Sie auf dem Plattformboden stehen. Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz kann trotzdem vorgeschrieben sein, etwa durch die Betriebsanleitung, die Gefährdungsbeurteilung oder Baustellenregeln. Angeschlagen wird dann ausschließlich an den dafür vorgesehenen Punkten, nicht am Geländer, sofern der Hersteller dies nicht ausdrücklich zulässt.
Der Notablass senkt die Plattform ab, wenn Antrieb oder Steuerung ausfallen. Bei vielen Scherenbühnen geschieht das über ein Ventil am Fahrgestell, das den Hydraulikdruck kontrolliert ablässt. Lage, Bedienung und Ablauf unterscheiden sich je nach Modell; die Betriebsanleitung beschreibt das Vorgehen. Üben Sie den Notablass bei der Einweisung und nicht erst im Ernstfall.
Vor jedem Arbeitstag führt der Bediener eine Sicht- und Funktionsprüfung durch. Hinzu kommt die wiederkehrende Prüfung durch eine befähigte Person, in Deutschland in der Regel mindestens einmal jährlich, nach Schäden oder Instandsetzungen auch außerplanmäßig. Ergebnisse werden dokumentiert, etwa im Prüfbuch. Die Wartungsintervalle des Herstellers gelten zusätzlich.

Bevor die Maschine bewegt wird, steht eine Frage: Trägt der Boden? Hallenböden, Asphalt und gut verlegtes Pflaster sind meist unproblematisch, Doppelböden, Kellerdecken, Schachtabdeckungen und frisch verfüllte Gräben dagegen nicht. Eine PRT18E mit 8.000 kg stellt ganz andere Anforderungen an den Untergrund als die AT5.5 mit 400 kg.
Prüfen Sie auch den Raum über der Plattform: Deckenträger, Kranbahnen, Leitungen und Sprinklerköpfe bilden beim Hochfahren Quetschstellen. Im Freien sind Freileitungen das größte Risiko – halten Sie die vorgeschriebenen Sicherheitsabstände ein und stimmen Sie Arbeiten in ihrer Nähe mit dem Netzbetreiber ab.
Die tägliche Prüfung folgt der Checkliste der Betriebsanleitung. Dazu gehören die Sichtkontrolle von Scherenpaket, Hydraulik, Rädern und Geländer sowie die Funktionsprüfung von Not-Halt, Boden- und Plattformsteuerung, Warnsignalen und – soweit vorhanden – Schlaglochschutz und Neigungssicherung.
Wer einen Mangel feststellt, arbeitet nicht weiter: Maschine kennzeichnen, Vorgesetzte informieren, Instandsetzung durch eine Fachkraft veranlassen. Auch ein kleiner Ölverlust oder ein klemmender Not-Halt-Taster ist Grund genug, die Maschine stillzulegen.
Fahren Sie in abgesenktem Zustand zum Arbeitsplatz und achten Sie auf Personen, Kanten und Rampen. Vor dem Anheben müssen Geländer und Eingangssicherung geschlossen sein, und niemand darf sich im Bewegungsbereich der Schere aufhalten.
Viele Scherenbühnen lassen sich auch angehoben verfahren, dann jedoch langsam und nur auf ebenem, festem Boden. Ob und bis zu welcher Höhe das zulässig ist, steht in der Betriebsanleitung. Bei Modellen wie der PS-12 verringert ein automatischer Schlaglochschutz die Kippgefahr, wenn ein Rad in eine Vertiefung gerät.
Beide Füße bleiben auf dem Plattformboden, Material liegt nicht auf dem Geländer, schwere Teile werden mittig abgelegt. Die Tragfähigkeit gilt für alles, was sich auf der Plattform befindet; bei den Platfon-Scherenbühnen reicht sie je nach Modell von 230 kg bis 680 kg bei der PRT18E.
Ziehen, Drücken und Hebeln wirken als Seitenkräfte auf die Maschine. Bohren über Kopf, Montagen mit Kraftaufwand oder das Einziehen von Kabeln sollten Sie daher kontrolliert ausführen und die zulässige Handkraft aus der Betriebsanleitung beachten. Auf ausgefahrenen Plattformverlängerungen, wie sie PRT14E und PRT18E zu beiden Seiten bieten, gilt häufig eine geringere Last.
Vor jedem Einsatz sollte feststehen, wer im Notfall handelt. Die Person am Boden kennt Bodensteuerung, Not-Halt und Notablass und weiß, wie die Plattform abgesenkt wird, wenn der Bediener selbst nicht mehr handeln kann.
Nach einem Notablass oder einer Störung wird die Maschine nicht einfach weiterbenutzt. Erst wenn die Ursache geklärt und behoben ist, geht sie zurück in den Betrieb.
Nach dem Einsatz wird die Plattform vollständig abgesenkt, die Maschine auf ebenem Grund abgestellt und gegen unbefugte Benutzung gesichert, etwa durch Abziehen des Schlüssels. Elektro-Scherenbühnen laden Sie nur mit dem vorgesehenen Ladegerät, in einem gut belüfteten Bereich und nach den Vorgaben der Betriebsanleitung.
Unter einer angehobenen Schere wird nur gearbeitet, wenn die mechanische Sicherheitsstütze eingelegt ist. Wartung, Reparaturen und die wiederkehrende Prüfung gehören in die Hände qualifizierter Fachleute; Ergebnisse und Mängel werden im Prüfbuch dokumentiert. Für Einsätze auf unebenem Gelände lohnt der Blick auf Raupen-Scherenarbeitsbühnen.
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